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Erste Lange Nacht der Orgel WELS

Freitag 4. Mai 2018

Es spielen die Organistin Mag Elke Eckerstorfer sowie die Organisten Prof. Roman Summereder und Mag Manuel Schuen. Das Programm nimmt Bezug auf die jeweilige Orgel und die Person, die mit der Orgel in besonderer Beziehung steht und sie auch konzipiert hat. In der Herz-Jesu Kirche ist dies Ernst Ludwig Leitner, der heuer seinen 75. Geburtstag feiert, in der Stadtpfarrkirche Josef Friedrich Doppelbauer, dessen Geburtstag sich zum 100. Mal jährt und in der Evangelischen Christuskirche Johann Nepomuk David. Außerdem zu hören sind Werke von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Robert Schumann und Anton Heiller.

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HERZ JESU KIRCHE WELS                                                                        FREITAG, 4. MAI 2018, 18 Uhr

Prof. Roman SUMMEREDER

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Fantasie und Fuge in g-moll  BWV 542

Arnold Schönberg  (1874-1951)
Fragment einer Sonate, 1941, Molto moderato

Johann Nepomuk David (1895-1977)
Choralwerk XVI (1967) „O du armer Judas“, Geistliches Konzert in drei Sätzen, Andante con moto – Largo – Energico (Fuge)

Robert Schumann (1810-1856)
Fuge Nr. 6 über den Namen B-a-c-h op. 60/6, Mäßig, nach und nach schneller – Lebhafter

Gemäß der reichen, auf stilistische Vielseitigkeit angelegten Disposition ist auch das heute erklingende Programm von markanten Kontrasten geprägt.

Wobei durch Johann Nepomuk David, den Gründer des Welser Bach-Chores und Initiator der für den modernen österreichischen Orgelbau bedeutenden Orgel der Christuskirche, ein starker Oberösterreich-Bezug entsteht. Sein spätes, selten zu hörendes Choralwerk XVI ist eine kompositorische Gratwanderung: traditionelle Cantus firmus-Technik und Zwölftontechnik werden verknüpft. Somit verweist gerade dieses Werk (mit seiner Passionsthematik) auf einen weiteren Programmpunkt, nämlich auf Arnold Schönberg, der in den frühen 1920er Jahren auch Davids Impulsgeber gewesen ist. Wiewohl kompositionstechnisch weit in die Zukunft weisend, ist seine zwölftönige Orgelsonate nur Fragment geblieben; Schönberg konzipierte sie im amerikanischen Exil.

Die Klammer des Programms bilden Bach und Schumann. Bachs kühne g-moll-Fantasie und der Schwung ihrer Fuge finden Widerhall in Schumanns „Beschwörung“ des Namens BACH, die das Programm in einer großen symphonischen Steigerung ausklingen lässt.

Roman Summereder, geb. 1954, ist ein österreichischer Organist. Studien in Wien und Brüssel. Auf Korrepetitorentätigkeiten in Linz und Wien folgte die pädagogische Laufbahn an der Hochschule (heute: Universität) für Musik und darstellende Kunst in Wien: zunächst Partiturspiel, später auch Basso Continuo, seit 1999 Leitung einer Orgelklasse, Ordentlicher Professor 2002. Meisterkurse, Lesungen und Workshops, u.a. an der Internationalen Sommerakademie für Organisten in Haarlem. Summereder konzertiert an historischen und modernen Instrumenten, mit Repertoireschwerpunkt 20. und 21. Jh. Große Aufmerksamkeit erregt die Gesamteinspielung des Orgelwerks von Anton Heiller (1923-1979) an der Bruckner-Orgel der Stiftsbasilika St. Florian bei Linz sowie die J.N. David-Einspielung am selben Instrument und an der Orgel der Christuskirche in Wels (Label AMBIENTE).

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STADTPFARRKIRCHE WELS                                                               FREITAG, 4. MAI 2018, 19.15 Uhr

Mag. Manuel SCHUEN

Josef Friedrich Doppelbauer (1918-1989)
Suite brève, 1961, Präludium – Ostinato – Toccata

Johannes Brahms (1833-1897)
„Herzlich tut mich verlangen“ und  „Oh Welt, ich muss dich lassen“ aus „Elf Choralvorspiele“ Op. posth. 122

Anton Heiller  (1923-1979)
„Ecce lignum Crucis“, 1967

Felix Mendelssohn-Bartholdy  (1809-1847)
Thema mit Variationen D – Dur

Johann Sebastian Bach  (1685-1750)
Pièce d´ orgue (Fantasie) G-Dur BWV 522   

Manuel Schuen, in Bruneck (Südtirol) geboren und im ladinischen Gadertal aufgewachsen, absolvierte seine Studien an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. 2009 schloss er das Kirchenmusikstudium mit den Schwerpunkten Chorleitung und Gesang mit Auszeichnung ab. 2011 folgte, ebenfalls mit Auszeichnung, der Abschluss im Instrumentalstudium Orgel bei Roman Summereder. Das Orgelstudium rundete er mit einem einjährigen Studium bei Pier Damiano Peretti ab. Als Organist konzertiert er im In- und Ausland und ist Preisträger der internationalen Orgelwettbewerbe „Gaetano Callido“ in Borca di Cadore, Italien (2005), „Daniel Herz“ in Brixen, Südtirol (2012), des “Schnitger Orgelwettbewerbes” in Alkmaar, Holland (2015) und des “Paul-Hofhaimer-Wettbewerbes” in Innsbruck, Österreich (2016). Von 2006 bis 2017 war er künstlerischer Leiter des Unisono-Chores Wien. Während seines Studiums war er zudem Mitglied des Arnold Schönberg Chores unter Erwin Ortner. Seit 2008 wirkt er als Organist an der historischen Sieber-Orgel von 1714 und als Leiter der Kirchenmusik in der Wiener Michaelerkirche. Er ist Gründer und Leiter des Ensemble Vox Archangeli und des Chorus Michaelis. Seit 2013 ist er als Dozent für Continuo-, Basso-seguente-Spiel und Intavolierung sowie Ensembleleitung am Institut für Orgel, Orgelforschung und Kirchenmusik der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien tätig und seit 2017 leitet er das Seminar “Aufführungspraxis auf historischen Orgeln mit Exkursion”. Zusätzlich zu seiner Lehrtätigkeit ist er Korrepetitor in der Gesangsklasse von Univ.-Prof. Birgid Steinberger.

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EVANGELISCHE CHRISTUSKIRCHE WELS                               FREITAG,4.MAI 2018, 20.30 UHR

Mag. Elke ECKERSTORFER

Johann Nepomuk David  (1895-1977)
Chaconne a-Moll, 1927

Josef Friedrich Doppelbauer   (1918-1989)
aus „Kleine Stücke“, 1965/67, Choral – Intermezzo – Toccatina

Johann Sebastian Bach  (1685-1750)
Concerto a 2 Manuali e Pedale d-Moll, BWV 596, Grave – Fuga – Largo e spiccato

Ernst Ludwig Leitner  (geb 1943)
Trois danses sacrées sur le nom de BACH, 2008

Elke Eckerstorfer stammt aus Wels, besuchte das Linzer Musikgymnasium und begann ihr Klavierstudium am Brucknerkonservatorium Linz. An der Universität für Musik in Wien studierte sie Orgel bei Rudolf Scholz und Michael Radulescu, Klavier bei Antoinette VanZabner und Cembalo bei Wolfgang Glüxam. 2000/01 führte sie ein Studienaufenthalt ans Conservatoire National Supérieur de Paris in die Orgelklasse von Michel Bouvard und Olivier Latry. 2002 erhielt sie den Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft und 2003/04 war sie Stipendiatin der Dr. Robert und Lina Thyll-Dürr Stiftung. Die Musikerin ist mehrfache Preisträgerin bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Ihre musikalische Tätigkeit führte Elke Eckerstorfer in verschiedene europäische Länder und nach Japan. Neben Aufnahmen für den Rundfunk und Mitwirkung bei verschiedenen CD-Produktionen sind von Elke Eckerstorfer eine CD mit dem Orgelgesamtwerk von Balduin Sulzer, eine CD der Reihe „Orgellandschaften Oberösterreich“ an den Breinbauer Orgeln in Ottensheim und Gramastetten, der Orgelzyklus „De profundis“ von Hans Stadlmair und zwei CDs mit Trompete und Orgel erschienen.

Elke Eckerstorfer unterrichtet an der Universität für Musik in Wien.

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Zweite Welser Orgel Nacht 2019

10. Mai 2019

18 Uhr Herz-Jesu Kirche Wels

Prof. Konrad KLEK

Johann Sebastian Bach (1685-1750)         
Praeludium in e BWV 548 aus dem Orgelbüchlein:
Jesus Christus unser Heiland, der den Tod überwand BWV 626

Ernst Ludwig Leitner  (geb. 1943)
 Prost und Trost. Rezepte für Leib und Seele auf Texte von Martin Luther, 2015 Fassung für Orgel solo

Johann Sebastian Bach (1685-1759)
Fuge in e BWV 548

Heinrich von Herzogenberg (1843-1900)
aus: Sechs Choräle op. 67, 1890, III Aus tiefer Not schrei ich zu dir

Robert M. Helmschrott (geb. 1938)
Ex oriente lux. Poème lyrique, 2014, Molto calmo – Allegro vivace con gioia

Als höchst origineller Beitrag zum Reformationsjubiläumsjahr 2017 fungierte Leitners „Prost und Trost“ in der Textfassung mit Bariton. Die Orgelfassung lässt die Texte (in ihrer Luther-spezifischen Sperrigkeit) in den Hintergrund treten und ermöglicht stärker das Hinhören auf die kompositorische Substanz des Werkes in fünf knappen Sätzen. Luthers Osterchoral „Jesus Christus, unser Heiland“ einerseits, Bachs große e-Moll-Fuge andererseits sind entscheidende Referenzgrößen, was diese Programmkonstellation explizit hörbar macht.

Auch der (100 Jahre ältere) aus Graz stammende H. v. Herzogenberg komponierte seit seiner Übersiedlung nach Leipzig 1872 mit Bach als Bezugspunkt. Sein Choralvorspiel zu einem weiteren Lutherlied ist eine Studie mit Tenor-Cantus firmus.

Vom (nur 5 Jahre älteren) Münchner Zeitgenossen Helmschrott steht ein mit Leitner fast zeitgleiches, Werk auf dem Programm, das dem Ursprung der monotheistischen Religionen im Osten nachsinnt (im Sinn des interreligiösen Dialogs). „EX ORIENTE LUX ist eine kurze Impression aus dieser Geschichte und eine Vision, die als inneres Bild einer Vorstellung in die (geistige) Zukunft gerichtet ist: Licht, Erleuchtung und Wahrheit. Das ist die unverzichtbare Energie für den Menschen.“ (Helmschrott)                                                                                                                                 Konrad Klek

Konrad Klek, geb. 1960 in Württemberg, ist promovierter (evang.) Theologe und Kirchenmusiker (A-Prüfung München 1984). Seit 1999 ist er als Universitätsmusikdirektor und Professor für Kirchenmusik an der Universität Erlangen-Nürnberg tätig. Seine künstlerischen und wissenschaftlichen Interessen sind breit gestreut von (theologischer) Bachforschung über deutsche Orgelmusik des 19. Jahrhunderts, Leben und Werk von Heinrich von Herzogenberg als „Lebensthema“, bis zu eher klassisch orientierter Orgelmusik des 20./ 21. Jahrhunderts, wo Leitner und Helmschrott seit langem einen Schwerpunkt bilden.

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19:30 Uhr Stadtpfarrkirche Wels

Prof. Erich TRAXLER

Johann Jakob Froberger  (1616-1667)
Toccata in d, FbWV 102, aus Libro secondo 1649                                       

Louis Couperin   (1626-1661)
Duretez Fantasie in d, aus dem Ms. von Guy Oldham                                        

Ernst Ludwig Leitner  (geb. 1943)
Suite Breve über den Namen BACH, Fantasie – Air – Capriccio – Epilog

Louis-Nicolas Clérambault  (1676-1749)
Caprice sur le grands jeux, aus dem Livre d’orgue, 1710                                       

Girolamo Frescobaldi    (1583-1643)
Toccata terza per l’organo da sonarsi alla elevatione, Secondo libro di Toccate, 1637

Johann Sebastian Bach  (1685-1750)
Fantasie und Fuge in g BWV 542

Erich Traxler beschäftigt sich als Cembalist und Organist vor allem mit der Musik zwischen etwa 1600 und 1800. Sein Hauptaugenmerk bei der Interpretation liegt dabei auf der Ergründung des „Musikalischen Handwerks“ als Basis für das Musikschaffen im Barockzeitalter sowie der unmittelbaren Sprachlichkeit in der Musik bis ins 19. Jahrhundert.

Seine Konzerttätigkeit umfasst Auftritte sowohl als Solist auf Cembalo und Orgel als auch als Kammermusiker mit verschiedenen Formationen (u. a. L’Orfeo Barockorchester, Ars Antiqua Austria, Accentus Austria, Bach Consort Wien, Venice Baroque Orchester, Ensemble saitsiing, musica novantica vienna, Ensemble Castor). Bisherige Tourneen führten ihn in die meisten Länder Europas sowie in die USA, Südamerika, Südafrika und Japan. Zahlreiche CD- und Rundfunkaufnahmen (ORF, Gramola, WDR, OÖ. Orgellandschaft) dokumentieren seine Tätigkeit.

Erich Traxler erhielt seine musikalische Ausbildung in Linz und Wien u. a. bei Michael Radulescu, August Humer, Wolfgang Glüxam, Gordon Murray, Brett Leighton und Augusta Campagne. Ein postgraduales Studium führte ihn nach Basel an die Schola Cantorum Basiliensis, wo er wichtige Impulse von Musikern wie Andrea Marcon, Wolfgang Zerer, Jean-Claude Zehnder sowie Jesper Christensen bekam. Als Organist gewann er 1. Preise bei internationalen Wettbewerben für Orgel (Goldrain/I 2003, Bochum/ D 2005).

Von 2013 bis 2018 war Erich Traxler als Professor für Cembalo an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien (MUK) tätig. Seit 2018 ist er an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (mdw). Er unterrichtete auch bei Meisterkursen in Belgrad, der Notre Dame University, USA sowie an der Universität Stellenbosch in Südafrika.

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21 Uhr Evangelische Christuskirche

Bettina LEITNER, MA

Johann Sebastian Bach  (1685-1750)
Praeludium und Fuge in f BWV 534

Johann Nepomuk David  (1895-1977)
Toccata und Fuge f – Moll                                       

Felix Mendelssohn Bartholdy  (1809-1847)
Sonate „Vater unser im Himmelreich“ op. 65/6, Choral – Andante sostenuto – Allegro molto – Fuga. Sostenuto e legato – Finale. Andante

Johannes Brahms  (1833-1897)
Herzlich tut mich verlangen, Choralvorspiel op. 122/10

Josef Friedrich Doppelbauer  (1918-1989)
Introitus und Toccata aus den „Ornamenten“, 1969                                       

Bettina Leitner studierte zunächst Klavier an der Universität Mozarteum Salzburg. 2008 legte sie die Bachelorprüfung mit Auszeichnung ab. Von 2007 bis 2012 war sie Studentin im Konzertfach Orgel bei Prof. Hannfried Lucke, wo sie 2012 die Masterprüfung ebenfalls mit Auszeichnung abschloss. Ihre Ausbildung wurde ergänzt durch Workshops mit Anthony Spiri und Reinhard Goebel.

Sie ist mehrfache Preisträgerin des Wettbewerbs „Prima la Musica“. 2014 war sie Preisträgerin der Internationalen Sommerakademie Mozarteum Salzburg.

Neben einer intensiven Konzerttätigkeit in Österreich erhielt sie Einladungen u.a. nach Norwegen, Los Angeles, Prag, Regensburg, Rom (Petersdom), zur Orgelweihe in Skopje/Mazedonien als Vertreterin Österreichs sowie zur Bachwoche 2008 in Salzburg, zu Konzerten in den Salzburger Dom und zu den Konzerten der Internationalen Stiftung Mozarteum im Großen Saal des Mozarteums.

2002 wirkte sie bei der Philip Glass Woche in Salzburg in Anwesenheit des Komponisten mit (open lesson und Konzert). Bettina Leitner ist eine gefragte Kammermusikpartnerin, wobei sie wertvolle Erfahrungen in der Arbeit mit Igor Ozim, Heinrich Schiff, Wolfgang Boettcher, Alois Brandhofer, Dany Bonvin und Hans Gansch sammelte. Aufführungen mit dem Tölzer Knabenchor, der Camerata Salzburg und den Wiener Philharmonikern ergänzten ihre Konzerttätigkeit. Sie wirkte wiederholt als Solistin bei Uraufführungen von bedeutenden Komponisten unserer Zeit.

Seit 2010 unterrichtet sie an der Landesmusikschule Wels und seit 2017 auch am Kirchenmusikreferat der Erzdiözese Salzburg.

Nähere Informationen unter bettina-leitner.com

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